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Eixendorfer See

Der Freistaat Bayern hat zwischen 1972 und 1976 östlich der Stadt Neunburg vorm Wald im Landkreis Schwandorf den "Eixendorfer See" gebaut. Der staatliche Wasserspeicher liegt unterstrom von Perlsee und Silbersee im Einzugsgebiet der Schwarzach und dient - als größter der drei Wasserspeicher - insbesondere dem Hochwasserrückhalt, der Niedrigwasseraufhöhung in der Schwarzach und der Energieerzeugung aus Wasserkraft. Im Laufe der Zeit entwickelte sich der See als Anziehungspunkt für Erholungssuchende und hat dadurch eine wichtige Sozialfunktion.

Der wasserseitige Bermenweg, der als Zufahrt dient, sowie das kombinierte Einlaufbauwerk für Grundablass (Entnahmeturm) und Triebwasserstollen lagen bisher unterhalb des Stauziels. Zum Setzen des Revisionsverschlusses in den Grundablass musste der Seewasserspiegel um bis zu 5 m (bezogen auf den Normalstau) abgesenkt werden. Um bei künftigen Unterhaltungssarbeiten aufwändige Absenkungen des Sees zu vermeiden, sollen künftig Revisionsarbeiten am Grundablass beim Stauziel von 430,00 m.ü.NN ohne Absenkung ermöglicht werden. Das Wasserwirtschaftsamt hat deshalb geplant, den Bermenweg anzuheben und den Revisionsschacht zu erhöhen.

Neubau Entnahmeturm für die oberflächennahe Entnahme

Im Rahmen der 2021 planmäßig durchgeführten Revision und Höherlegung des Grundablassschachtes und des Bermenweges wurde der Seewasserspiegel bis auf den Grundsee abgesenkt. Um Synergien zu nutzen, wurde ein Entnahmeturm zur Erhöhung der Anlagensicherheit mit gebaut. Künftig kann Wasser aus dem Eixendorfer See auch abgeleitet werden, wenn der unter Wasser liegende Grundablass durch Biberbauten verlegt ist.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer "höhenvariablen Entnahme" zur Schaffung einer stabilen Schichtung in den Sommermonaten ähnlich einem natürlichen See. Das Seewasser kann dann oberflächennah abgezogen und damit die Nährstoffverfügbarkeit an der Seeoberfläche für die Blaualgen gezielt reduziert werden. Bevor die Anlage in Betrieb gehen kann, muss das aktuell am Landratsamt Schwandorf laufende Planfeststellungsverfahren abgeschlossen werden.

>Fertiggestellter Entnahmeturm

Das langfristige Ziel einen "sauberen See" zu erreichen ist eine gemeinsame Aufgabe aller Akteure: Freistaat Bayern, Kommunen, Landwirtschaft und Fischerei. Als Rahmen hierfür hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV) ein Konzept erarbeitet und an einem Runden Tisch vom 06.12.0219 vorgestellt. Das Konzept gliedert die anstehenden Aufgaben in drei Pakete und benennt die jeweiligen Verantwortlichen. Alle bereits vorgezogenen Maßnahmen des Freistaats Bayern im See haben allerdings nur eine flankierende Wirkung und sind mit Fertigstellung des Entnahmeturmes abgearbeitet.

Weiterführende Informationen

  • Faltblatt Eixendorfer See - Absenkung und Baumaßnahme

Das Ziel muss jetzt sein, den Sedimenteintrag aus dem Einzugsgebiet (Uferbereiche, landwirtschaftlich genutzte Flächen) konsequenter zurückzuhalten. Die Anliegerkommunen sind jetzt gefordert, die wichtigen Hauptmaßnahmen zur Senkung der Nährstoffeinträge im ca. 410 km² großen Einzugsgebiet entschlossen umzusetzen. Das Amt für ländliche Entwicklung Oberpfalz fördert im Rahmen des Programms Boden:Ständig.

In einem ersten Schritt gilt es, den Sedimenteintrag aus den Uferbereichen und landwirtschaftlich genutzten Flächen im Umfeld des Sees deutlich zu reduzieren. Die dort vor Ort bereits ins Auge gefassten Boden:Ständig – Projekte sind ein wichtiger Teil der Lösung. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse fließen im zweiten Schritt in die Maßnahmen im weiteren Einzugsgebiet mit ein.

Hier sind in der vorliegenden Boden:Ständig-Konzeption bereits an den sechs Zuläufen zum Eixendorfer See Sandfänge vorgesehen. Sie schaffen eine Win-Win-Situation, da sie den Landwirten den Boden als wichtigstes Produktionsmittel erhalten und gleichzeitig den Nährstoffeintrag in den See signifikant verringern. Außerdem dienen sie gleichzeitig der Verbesserung des Landschaftswasserhaushalts.

Daten zur Maßnahme

Beginn der Absenkung: Mitte September 2021

Beginn der Baumaßnahme: Frühjahr 2022

Wiederanstau des Sees: Frühjahr 2024

Abschluss der Baumaßnahme: Herbst 2024

Geplante Inbetriebnahme: Nach Vorliegen des Planfeststellungsbescheids

Projektfortschritt

Abschluss der Baumaßnahme

Die Baumaßnahme wurde im Beisein der beiden Staatsminister Thorsten Glauber (Umwelt und Verbraucherschutz) und Hubert Aiwanger (Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie) am 19.10.2024 eingeweiht und abgeschlossen. Im Frühjahr 2024 konnte der See wieder auf den Normalwasserstand angestaut werden. Alle Freizeitnutzungen rund um den See sind seitdem wieder möglich.

Impressionen Einweihung Entnahmeturm am 19.10.2024
Impressionen Einweihung Entnahmeturm am 19.10.2024
Impressionen Einweihung Entnahmeturm am 19.10.2024
Impressionen Einweihung Entnahmeturm am 19.10.2024
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Durch die notwendige Absenkung des Sees im Herbst 2021 zur Durchführung der Baumaßnehmen wurden zahlreiche Muscheln sichtbar, die in Bayerns Gewässer heimisch sind. In einer groß angelegten Rettungsaktion wurden mehrere tausend Muscheln gemeinsam mit der Koordinationsstelle für Muschelschutz der TU gesichert. Jetzt, wo der Eixendorfer See wieder in einen stabilen Zustand gebracht wurde, konnten die Muscheln von ihren Ersatzhabitaten in ihr ursprüngliches Zuhause zurückgebracht werden.

Absenkung Eixendorfer See Herbst 2021
Muschelrückführung am 22.10.2024
Muschelrückführung am 22.10.2024
Muschelrückführung am 22.10.2024
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Betrieb des Entnahmeturms

Ziel der oberflächennahen Entnahme ist in den Sommermonaten eine stabile Schichtung, ähnlich einem natürlichen See. So sollen Nährstoffe am Grund den Algen weniger zugänglich gemacht werden. Jeweils ab dem Frühjahr eines Jahres wird die obere Wasserlamelle aus dem See abgezogen und bis zum Herbst so beibehalten. In den Wintermonaten wechselt der Betrieb und die Entnahme erfolgt wie bisher über den Grundablass.

Für den beschriebenen Betrieb ist die Durchführung eines wasserrechtlichen Planfeststellungsverfahren erforderlich. Dieses wurde im April 2024 am Landratsamt Schwandorf beantragt und läuft derzeit.

Hinweis: Probebetrieb

Der Probebetrieb für das Kombinationsbauwerk „Revisionsschacht/Entnahmeturm“ am Eixendorfer See beginnt voraussichtlich in KW 22 und wird mehrere Wochen dauern. Das Wasserwirtschaftsamt Weiden testet die Funktionsfähigkeit der Bau- und Anlagenteile sowie der Steuerungselemente unter verschiedenen Lastfällen. Während dieser Zeit kann es zu unterschiedlichen Stauhöhen im See und kurzfristigen Änderungen der Abgabemengen kommen. Der genaue Zeitraum des Probebetriebs hängt von den technischen Messeinrichtungen und den Wetterbedingungen ab. Dieser Betrieb erfolgt unter einer wasserrechtlichen Erlaubnis des Landratsamtes Schwandorf und dem Planfeststellungsbescheid der Talsperre.

Projektziele

  • Verminderung der Blaualgenblüten - mittels umfangreicher Daten soll eine passgenaue Steuerung des Seewassers erreicht werden.
  • Erholungs- und Erlebnisraum für Mensch und Natur - Grüne Korridore werten Lebensqualität massiv auf und sind auch ökologisch wichtige Vernetzungselemente

Impressionen Bauablauf Entnahmeturm
Impressionen Bauablauf Entnahmeturm
Impressionen Bauablauf Entnahmeturm
Impressionen Bauablauf Entnahmeturm
×

Weiterführende Informationen

  • OberpfalzECHO: Eixendorfer See: Kampf gegen Blaualgen geht weiter
  • OberpfalzECHO: Eixendorfer See startet in mehrwöchigen Probebetrieb
  • OberpfalzECHO: Eixendorfer See: Heimat für Muscheln gesichert
  • Oberpfalz-TV: Probebetrieb des neuen Entnahmeturms am Eixendorfer Stausee
  • Oberpfalz-TV: Muscheln zurück im Eixendorfer Stausee
  • Oberpfalz-TV: Neue Ära am Eixendorfer Stausee: Entnahmeturm eingeweiht
  • Oberpfalz-TV: Ein mechanischer Reinigungsarm für den Eixendorfer Staudamm
  • Oberpfalz-TV: Elektrotechnik-Arbeiten auf der Baustelle am Eixendorfer Stausee
  • Oberpfalz-TV: Richtfest für neuen Wasserentnahme-Turm
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