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Hochwasserschutz für Nittenau

Ausgangssituation

Der Regen (Gewässer 1. Ordnung) durchfließt die Stadt Nittenau in westlicher Richtung. Die Angerinsel teilt den Fluss im Stadtgebiet in den Großen Regen und den Kleinen Regen. Die letzten großen Hochwasser 1993 und 2002 (etwa ein 100-jährliches Hochwasser) hinterließen große Schäden an Häusern und anderen Anlagen. 12 Hektar Siedlungsflächen waren bis zu 1,5 m tief überflutet. Auch 2013 wurde wieder ein etwa 10-jährliches Ereignis gemessen.

Hochwasser Nittenau

Das Wasserwirtschaftsamt Weiden hat in der Vorplanung von 2012 verschiedene Schutzvarianten für Nittenau untersucht. Nach Zustimmung des Stadtrats entschied sich das Amt für die Planung eines technischen Hochwasserschutzes mit Mauern und Deichen sowie das Abriegeln des Kleinen Regen mit Hilfe eines Sperrbauwerks.

Maßnahmenträger für den technischen Hochwasserschutz ist der Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Weiden. Die Stadt Nittenau beteiligt sich als Vorteilsziehender an den Planungs-kosten mit 50% und an den Baukosten mit 35%.

Zahlen und Fakten

Projektstand: Aufteilung in Bauabschnitte

Gewässer: Regen (Gewässer 1. Ordnung

Bemessungsabfluss HQ100 + 15 % Klimafaktor: 729 m³/s

Schutzsystem: Deiche, Mauern, mobile Elemente, Glaselemente, Binnenentwässerung, Schöpfwerke

geschätzte Planungskosten: ca. 3,0 Mio. Euro

Beteiligtenbeitrag Stadt: 50 % Freistaat Bayern, 50 % Stadt Nittenau

geschätzte Projektkosten: ca. 27,5 Mio Euro

Kostenaufteilung Bau BA 01 65 % Freistaat Bayern, 35 % Stadt Nittenau

Projektfortschritt

Planung

Im Jahr 2014 beauftragte das Wasserwirtschaftsamt Weiden die ARGE Ingenieurbüro Regierungsbaumeister Schlegel aus München und Ingenieurbüro aquasoli aus Siegsdorf mit der Erstellung der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Als Bemessungshochwasser wird in Bayern für Technische Hochwasserschutzmaßnahmen i.d.R. HQ100 plus 15% Klimazuschlag gewählt.

Visualisierung Aussichtsplattform und Sielbauwerk am Angerspitz
Hochwasserschutzlinie an der Angerinsel
Blick vom Regenufer auf die Hochwasserwand
Lageplan
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Für die Planung liefert eine hydraulische Berechnung die Hochwasserschutzlinie durch den Siedlungsbereich. Der Kleine Regen am linken Regenufer wird im Hochwasserfall abgeschottet, die Altstadt durch Mauern und Deiche geschützt. Zwei Schöpfwerke hinter den Deichen sorgen für die erforderliche Binnenentwässerung. Auf der rechten Regenseite sind aufgrund sehr geringer Betroffenheit und Wasserhöhen Einzelschutzmaßnahmen an Gebäuden vorgesehen. Teil der Planung sind darüber hinaus naturschutzfachliche Belange sowie die Kompensation der Eingriffe.

Die Staatsstraßenbrücke und die Wasserkraftanlagen am großen Regen im Zentrum von Nittenau bilden im Hochwasserfall ein Nadelöhr, durch das der Hochwasserabfluss schadlos hindurch geleitet werden muss. Weil die Höhenlage der Brücke ausgereizt ist und die Wasserkraftanlagen für die nächsten Jahrzehnte Bestandsschutz genießen, wird die Hochwasserschutzmaßnahme in zwei Bauabschnitte geteilt. Um den Bürgerinnen und Bürgern von Nittenau baldmöglich Schutz bieten zu können, werden beide Bauabschnitte voneinander getrennt genehmigt und baulich umgesetzt. Der erste Bauabschnitt mit einem voraussichtlichen Investitionsvolumen von ca. 27,5 Mio. € gewährleistet den Schutz für ein hundertjährliches Hochwasser (HQ100).

Der Integration der Planung in das historische Stadtbild kommt eine hohe Bedeutung zu. Die Angerinsel wird im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahme komplett neu geordnet. Deshalb sind städtebaulich erfahrene Architekten am Projekt beteiligt.

Im Mai 2021 wurde das Wasserrechtsverfahren für den 1. Bauabschnitt am Landratsamt Schwandorf beantragt. Nach Abschluss soll mit der baulichen Umsetzung begonnen werden.

Projektziele

  • Mehr Sicherheit und Hochwasserschutz - Hochwasser hatte in den vergangenen Jahren immer wieder die Dringlichkeit des Hochwasserschutzes aufgezeigt.
  • Mehr Erholungs- und Erlebnisraum für Mensch und Natur - Grüne Korridore werten Lebensqualität massiv auf und sind auch ökologisch wichtige Vernetzungselemente

Weiterführende Informationen

  • Lageplan - PDF
  • Lageplan mit Luftbild - PDF
  • Presseinformation vom 30.01.2023 - PDF
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