Neubau des Oberen Wehres am Flutkanal in Weiden

Die Waldnaab durchquert das Stadtgebiet von Weiden von Nord nach Süd. Zum Hochwasserschutz von ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Flächen wurde der sogenannte Flutkanal mit drei Wehren und einem Düker gebaut.

Aufgrund des schlechten baulichen Zustandes der Betonbauwerke wurden und werden diese im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahme Weiden durch Neubauten ersetzt. Von 2000 bis 2003 wurde dazu das "Mittlere Wehr" neu gebaut. Seit 2009 läuft nun die Baumaßnahme des Oberen Wehres.

Geschichte

Die Waldnaab mäandrierte früher durch das Stadtgebiet von Weiden. Mehrmals jährlich überflutete große Flächen. In den dreißiger Jahren wurde mit dem Bau von Hochwasserschutzmaßnahmen begonnen. Es wurde ein Flutkanal gebaut, der die Aufgabe hatte, das Hochwasser der Waldnaab aufzunehmen und unschädlich durch Weiden hindurch zu leiten. Um die alte Waldnaab mit ihren Triebwerken zu erhalten und den Wasserstand nicht absinken zu lassen, errichtete man verschiedene Bauwerke. Hierzu gehören auch das Obere und Mittlere Wehr. Diese sorgen für die Abflussteilung zwischen Flutkanal und Waldnaab.

Zusammen mit kleinen Deichschüttungen erreiche man ungefähr einen 5-jährlichen Hochwasserschutz für die vorwiegend landwirtschaftlichen Flächen. Daraus resultierte dann aber eine zunehmende Bebauung, die immer mehr den Talraum eroberte und heute teilweise bis unmittelbar an die Waldnaab bzw. den Flutkanal heranreicht.

Am 26. Januar 1995 entkam die Innenstadt von Weiden nur knapp einer Katastrophe. Das 50-jährliche Hochwasser konnte nur durch massiven Einsatz von Hilfskräften, von Flussmeisterstelle bis hin zur Bundeswehr, größeren Schaden verhindern.

Für 5,7 Mio € wurde dann von 1995 bis 2007 in mehreren Bauabschnitten ein Hochwasserschutz für ein 100-jährliches Hochwasser gebaut. 1990 kaufte der Freistaat Bayern den Flutkanal mit seinen Bauwerken für 1 DM. Seitdem ist der Freistaat, hier das Wasserwirtschaftsamt Weiden, für die Bauwerke und damit auch für das Obere Wehr verantwortlich.

Bilder der alten Wehranlage

Altes Wehr Bild vergrössern Altes Wehr in der Westansicht
Altes Wehr Bild vergrössern Detailansicht Zustand

Baustellenzufahrt

Die Baumaßnahme begann mit dem Bau einer hochwassersicheren Zufahrt zur Baustelle "Oberes Wehr". Zum Schutz wurde diese mit Hochwasserschutzmauern entlang des Herbstaugrabens ausgestattet. Um die Wehrbaustelle erreichen zu können, musste eine Brücke über den Äußeren Herbstaugraben gebaut werden.

Die Höhe der Hochwasserschutzmauer wurde so berechnet, dass sie den Zufahrtsweg und auch die angrenzende Bebauung vor einem 100-jährlichen Hochwasser schützt.

Wegebau Bild vergrössern Wegebau entland des Herbstaugrabens

Brückenbauwerk

Der Zufahrtsweg überquert in Richtung des Wehres den Äußeren Herbstaugraben. Um die Baustelle zu erreichen, wurde es notwendig eine Brücke zu errichten.

Die lichte Durchflussbreite beträgt 16 Meter. Die Widerlager der Brücke wurden aus Stahlbeton mit modern geschwungenen Bögen ausgeführt. Der Brückenüberbau besteht aus einem schlanken, schiffsbauänlichen Stahlteil. Die Konstruktion mit einer Gesamtlänge von 17,50 Meter wurde im Werk gefertigt und in einem Stück an die Baustelle geliefert. Gesamtgewicht 30 Tonnen.

Bilder vom Einbau des Brückenüberbaus

Brückenteil am Kran Bild vergrössern Brückenteil am Kran
Brückenoberteil auf dem Widerlager Bild vergrössern Brückenoberteil auf dem Widerlager

Voraussichtliche Kosten der Maßnahme

  • Investitionsvolumen 3,90 Mio Euro
  • 1,95 Mio Euro - Förderung durch die Europäische Union aus EFRE-Mittel
  • 1,90 Mio Euro - Aufwendungen durch den Freistaat Bayern
  • 0,05 Mio Euro - Beteiligtenbeitrag der Stadt Weiden für den Hochwasserschutz einiger Häuser
Hochwasser Herbstaugraben Bild vergrössern Hochwasser am Herbstaugraben im Januar 2011

Die Baustelle Wehranlage

Im Frühjahr 2011 wurde mit dem Bau des Oberen Wehres begonnen. Während der Baumaßnahme wird die Waldnaab über einen geöffneten Altarm zur alten Waldnaab umgeleitet. Zusätzlich wurde um die Baustelle herum eine Flutmulde für den Hochwasserschutz angelegt. Zur Baugrubenumschließung und Wasserhaltung wurden Stahlspundwände eingerammt. Danach konnte das alte Wehr abgebrochen werden.

Das Grundkonzept des alten Wehres mit zwei Klappen und einem Schütz wird aus gestalterischen Gründen beibehalten. Die Breiten der Wehrfelder werden jedoch optimiert. Das Schützfeld wird auf 6 Meter verbreitert, damit dieses nicht mehr so leicht verklaust. Die beiden Wehrklappen werden mit Gegengewichten ausgesattet, wodurch sich die Antriebskraft etwas reduziert.

Über das fertige Wehr wird eine Brücke geführt. Diese dient zu Wartungs- und Revisionszwecken, aber auch als öffentlicher Fuß- und Radweg zur Querung des Flutkanals.

Stand der Baumaßnahmen 2011

Baustelle September 2011 Bild vergrössern Baumaßnahme im September 2011
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Hochwasserschutzprojekte