Revisionsarbeiten an der Hauptsperre und Modernisierung der Schützentafeln in der Vorsperre - Maßnahme abgeschlossen

Der Eixendorfer See wurde vor ca. 40 Jahren in Betrieb genommen. Mittlerweile war eine Überprüfung des Massivbaus (Beton) und der aller Stahlwasserbauteile am Einlauf von Grundablass und Betriebsauslass des Staudammes dringend geboten, um die der Anlagensicherheit zu gewährleisten. Diese Bereiche sind nur zugänglich, wenn der Seewasserstand auf etwa den Grundsee abgesenkt ist. Die Absenkung zu Revisionszwecken ist im Genehmigungsbescheid und in der Betriebsvorschrift der Talsperre vorgegeben.

Die notwendige Revisionsüberprüfung an der Hauptsperre des Eixendorfer See ist mittlerweile abgeschlossen. Dem Wasserwirtschaftsamt Weiden liegen die Aussagen des mit der Überprüfung beauftragten Ingenieurbüros vor. Eine Schadstelle an dem Betonbauwerk wurde im Zuge der Absenkung durch eine Fachfirma saniert. Die Stahlwasserbauteile weisen Korrosionsspuren auf. Hierzu sind "mittelfristig" weitere Instandsetzungen vorzunehmen. Auf eine erneute Absenkung in 2017 oder 2018 aufgrund erneuter Revisionsarbeiten kann allerdings verzichtet werden. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Kontrolle zwar dringend erforderlich war, sicherheitsrelevante Schäden aber nicht vorlagen.

Durch Tauchereinsätze im Jahr 2013 und entsprechenden Auswertungen im Nachgang dazu wurde die Notwendigkeit einer detaillierten Überprüfung an den Steuereinrichtungen deutlich. Die Bedeutung dieser Maßnahme wurde vom Landesamt für Umwelt, zuständig für die technische Gewässeraufsicht an der Anlage, nochmals unterstrichen

Der Stausee ist für einen regulären Betrieb zwischen 425 müNN und 440,00 müNN ausgelegt. Damit erfüllt er seine beiden Hauptfunktionen Hochwasserschutz und Niedrigwasseraufhöhung. Um den Revisionsverschluss an der Hauptsperre setzen zu können, war es notwendig, den Speicher vom Normalwasserstand 430,00 m NN auf 425,50 m NN (0,5 m über dem Grundsee) abzusenken. Die Absenkung des Seewasserstandes lag im genehmigten Bewirtschaftungsrahmen des Wasserrechtsbescheids vom 07.05.1971 /LRA Neunburg

Ca. 15 Jahre nach Fertigstellung des Staudammes der Hauptsperre wurde im oberen Bereich des Sees die Vorsperre errichtet. Durch ihren Bau sollten die damals häufigen Wasserwechsel im Stauwurzelbereich und deren unerwünschten Begleiterscheinungen in Höhe der Ortschaft Hillstett beseitigt und im östlichen Bereich des Sees - trotz wechselnder Seewasserstände in der Hauptsperre - ein konstanter Wasserspiegel (Dauerstau) geschaffen werden. Häufiges Trockenfallen dieses Bereiches ist nun nicht mehr gegeben. Die Vorsperren-Staumauer hat eine Höhe von ca. 5 m. Bisher floss das Wasser im gesamten Bereich über die Mauer.

Zwei Grundablassöffnungen in der Vorsperrenmauer ermöglichen das Ablassen der Vorsperre. Die hier eingebauten Gleitschütze hatten bisher keinen eigenen Antrieb und konnten nur mittels eines schweren Autokrans gegen den einseitig wirkenden Wasserdruck unkontrolliert gezogen werden. Eine Steuerung des Abflusses war dabei nicht bzw. nur bedingt möglich. Für das erneute Setzen der Tafeln müsste die Vorsperre vollständig entleert werden.

Durch den Bau der Ökowasserkraftanlage der Bayerischen Landeskraftwerke GmbH ist nun auch Stromanschluss an die Vorsperre vorhanden. Damit ergab sich für das Wasserwirtschaftsamt Weiden die Gelegenheit, die beiden Schützen zu modernisieren und mit elektrischen Antrieb auszustatten. Dadurch ist eine gezielte Steuerung des Abflusses durch die beiden Öffnungen in der Vorsperre möglich. Für diese Maßnahme, mit der zeitgleich der Bau der Wasserkraftanlage ausgeführt werden konnte, musste die Vorsperre für einen Zeitraum von mehreren Monaten entleert werden.

Im Eixendorfer See gibt es seit vielen Jahren zahlreiche geschützte Großmuscheln (i.W. Malermuschel, Große und Gemeine Teichmuschel). Im Verlauf der Absenkungen des Eixendorfer Sees haben Biologen und Studenten der TU München sowie Beschäftigte des Wasserwirtschaftsamts Weiden rund 75.000 Muscheln geborgen und umgesetzt. Dabei handelte es sich wahrscheinlich um die größte Muschelbergungsaktion in Deutschland.

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